28. Februar 2017

Individuelle Bügelbilder aus eigenen Zeichnungen erstellen mit Laserdrucker und Transferpresse bzw ein 1-Min-Ananas-Doodle mit Potential


Als ich Ende Januar mir miri d. auf der Creative World in Frankfurt war, fragte sie mich, ob mich white toner interessieren würde. Noch nie zuvor davon gehört, aber klar interessierte mich das.
Wir kamen auf dem Stand so ins Gespräch und ich hab glaub ich von Nähen und Textildesign erzählt. Als wir so am gehen war fragten mich die Jungs von Ghost White Toner, ob ich eine Textilpresse habe. Haken dran, hab ich, Sie haben mir dann einen flyer von Ihrer Folie mitgegeben. Meine erste Frage war, wie hoch denn die Abnahmemenge sei, 25 Stück, das geht ja.
Hochmotiviert hab ich zu Hause gleich mal geschaut, ob sie für meinen Laserdrucker auch einen weissen Toner anbieten, aber leider gab es ihn nicht und es ist auch keiner dafür in der Planung.
Zu meinem Glück hab ich einen Abnehmer für meinen aktuellen Drucker gefunden - ich bin im Alltag super zufrieden - aber wenn es keinen weissen Toner gibt? Boah, ich bin ja immer so ungeduldig.
Mein Mann musste dann gleich für mich ein passendes Modell heraus suchen, so dass ich mit einem weissen Toner drucken kann. Seine Kommentare dazu erspare ich Euch jetzt ;-).

Zurück zum eigentlichen Thema:
Also ich hab dann so auf der Seite von Ghost White Toner gesurft und gesehen, dass sie auch gold und silber Folie haben. Ich steh ja eh so auf Glitzerakzente im Moment. Hab dann gleich mal nach Kupfer gefragt, aber auch das ist im Moment nicht geplant, ich soll einfach wieder nachfragen. DAS müsst Ihr mir nicht zweimal sagen...

Zum Ausprobieren habe ich mir die transparente und die metallic gold Folie geholt, dazu braucht Ihr noch das B-Papier, und bin nach dem Tutorial vorgegangen, das Ihr hier auf der support Seite findet.
Ich hab mich erst etwas dumm angestellt, obwohl die Bilder eigentlich klar sind.
Also gedruckt wird spiegelverkehrt auf die matte Seite der Folie, das hab ich verstanden. Auch, dass man das Papier und die Folie zwei Minuten in der Presse zusammen verklebt. Aber als ich die beiden Lagen getrennt hab war ich verwirrt, denn die Farbe blieb auf dem Papier und dann hat das Motiv nicht auf dem Stoff gehalten. Hatte ne Weile gedauert bis es gedämmert hat...
Die FOLIE ist das Trägermaterial, das Papier der Kleber. Logisch, es wird ja spiegelverkehrt auf die Folie gedruckt. Hirn war abgeschalten in dem Moment... Aber egal, aus Fehlern lernt man uns so braucht Ihr sie schon nicht mehr machen, ich hab sie schon für Euch gemacht ;-).

Ihr müsst unbedingt - wie auch in der Anleitung von Ghost-White-Toner, sofort die beiden Lagen auf der warmen Presse voneinander trennen, sonst kühlen diese zu schnell aus und die Farbe bleibt auf dem Papier haften und ihr habt einmal Folie und einmal Papier versaut.
Dann Eure Motiv ausschneiden, mit der bedruckten Seite nach unten auf den Stoff legen und 30 sec. bei 160° anpressen. Auskühlen lassen und die Trägerfolie abziehen.
Danach nochmal nachpressen, entweder unter diesem Papier oder Backpapier geht auch, so dass der Aufdruck waschbeständig ist. Falls Ihr das Motiv auf ein Teil pressen möchtet, dass Ihr selber näht, zB eine Tasche oder ein Täschchen, dann könnt ihr, während Ihr nachpresst, gleich die Klebeeinlage auf der Rückseite mit anbringen, so habt ihr das in einem Arbeitsgang gemacht. Gleichzeitig mit dem Bild aufpressen wird es vermutlich zu lange sein, ich habe aber noch nie probiert, eine Einlage 30 sec. aufzupressen, vielleicht hält sie das ja auch aus.


Als Test der Goldfolie wollte ich meine gedoodelte Ananas verwenden. Diese habe ich neulich in meinem Skizzenbuch "gefunden", das bei uns im kleinen Bad auf dem Fensterbrett liegt.... Als ich sie schnell hingekritzelt hab war mir noch nicht bewusst, welches Potential in ihr steckt.
Ich mag ja diese Bleistiftzeichnungen sehr und man kann sie gut mit live trace in adobe illustrator als Vektor umwandeln und dann das Motiv drucken. Wie Ihr das macht könnt Ihr in diesem Video anschauen. (so ab Minute 3:30). Auf die metallische Folie druckt Ihr am besten mit schwarz, man sieht es später nicht mehr, das konnte ich schon für Euch herausfinden).
Noch ein Tipp zum Ausdrucken:
Nehmt das Papier aus Eurer Kassette und legt nur die Folie ein, denn bei mir haben sich beide Lagen statisch aufgeladen und mein Ausdruck kam dann auf das Druckerpapier und nicht auf die Folie. Wenn Ihr die Folie einlegt und nur eine Seite drucken möchtet, guckt vorher, ob Ihr auch nur eine Seite erwischt habt, bei mir klebten zwei Goldfolien zusammen und was ist wohl passiert? Genau, ich hab ne Rechnung ausgedruckt und die kam dann auf der nicht so ganz günstigen Goldfolie raus *schnüff*; aber ich hab sie für meine kleinen Ananas einfach nochmal in den Drucker geschoben und eben nur die Motive benutzt, die ok waren.

Was Ihr bedenken/beachten solltet:überall dort, wo auf die Folie gedruckt wird, wird auch Kleber übertragen, das heisst, wenn Ihr ein Bild von Euch einscannt, dann werden auch die weissen Hintergrundflächen mitgedruckt, falls welche drin sind. Diese müssen unbedingt aus der Datei gelöscht werden. Denn sonst könntet ihr gleich die bisher üblichen Transferfolien benutzen.

Wenn Ihr Euer Motiv ausschneidet auch unbedingt darauf achten, dass die Trägerfolie um Euer Motiv herum keine Papierrückstände enthält, denn die werden dann mitgedruckt, siehe unten (auch diesen Fehler hab ich jetzt schon für Euch gemacht und Ihr braucht ihn schon nicht nachmachen).


Endlich wollte ich mal eine Mini Wallaby von ambazamba nähen. Den Schnitt bekommt ihr bei farbenmix.
Als Jana letzten Herbst die kleine Variante herausgebracht hat, hab ich spontan zum Probenähen zugesagt. Aber dann kam das Leben 1.0 dazwischen und ich wurde krank.
Im Nachhinein bin ich froh, dass ich jetzt erst zum Nähen gekommen bin, denn sonst hätte ich jetzt nicht so ne schnicke upcycling Jeansgürteltasche mit Goldananas Druck drauf.
Die Ananas Bügelbilder hatte ich einfach in irgendwelchen Größen auf die Folie gedruckt, ohne mir vorher Gedanken zu machen, wo ich sie drauf machen will, drum ist sie jetzt unten angeschnitten, aber das macht nix, ich finde es interessant. Was ich auch cool finde, das Schnitteil war zu breit für ein Hosenbein drum ist jetzt die Außenbeinnaht der Jeans mit drauf, die lockert das Ganze etwas auf! Die Ananas auf dem Notizheft ist eine andere Technik, die zeig ich Euch in einem anderen Beitrag.


Dann dachte ich mir so, ich setze mal ein paar kleine Glitzerakzente und hab eine DIN A4 Folie voll ausgenutzt und lauter kleine Ananas drauf gedruckt, die ich dann später manuell randomly nach Laune auf meinem zugeschnittenen Stoffstück platziert hab, als AOP all over print sozusagen. Das fertige Täschchen zeig ich Euch dann am Donnerstag, stay tuned, es ist echt der Knaller :-)!

Ich finde diese Folie total klasse. Diese eröffnet ganz neue Möglichkeiten der Textilveredlung.
Die Folie liegt auf dem Textil auf und ist leicht erhaben. Man muss nicht wie bei klassischem Siebdruck erst einen Film drucken und sein Sieb belichten sondern kann einfach schnöde mit einem Lasedrucker direkt auf die Folie drucken. Und man braucht nicht die ganzen Farben und Siebreiniger und co. Laserdrucker sind ja fast schon Standard. Falls du noch keinen hast und nun Blut geleckt hast ;-), dann schau dir mal hier bei Ghost White Toner an, für welche Geräte es schon den weissen Toner gibt, vielleicht interessiert dich das ja auch, nicht nur für Textil sondern auch auf Papier macht das einiges her.
Mein Mann hat mir diesen Canon I-Sensys Laserdrucker empfohlen. Noch muss ich mich an ihn gewöhnen, er "redet" so komisch mit mir und ich steh manchmal vor ihm und verstehe nicht, was er von mir möchte.... Im Nachhinein wäre ein anderer Drucker besser gewesen, denn er kann nicht genug Pixel drucken :-(. Es gibt zwar den weissen Toner aber für die Bügelbilder, wie Ihr sie auf den Bildern seht ist er meiner Meinung nach leider nicht geeignet. Ich hab dafür noch meinen alten Drucker benutzt, das war der Brother DCP-9022CDW. Ich muss noch ein bisschen rumspielen.
Leider habe ich den Canon zu voreilig gekauft denn mein Mann hatte das mit der Druckauflösung schon gelesen und wollte eigentlich noch nach einem anderen Modell schauen.

Es gibt auch gegenüber Plotterfolien meiner Meinung nach vier entscheidende Vorteile:
1. man muss nicht entgittern (was bei manchen Motiven echt mühsam sein kann
2. man kann sich farbtechnisch voll austoben, und zB Aquarell- oder Buntstiftzeichnung einscannen. Alle Farben werden einfach gedruckt und man kann sehr reale Ergebnisse erzielen.
3. Texte werden einfach gedruckt, wenn man Texte plotten möchte muss man diese erst noch zu einem einzigen Vektor verbinden, so dass die Buchstaben auch wirklich zusammen hängen und nicht einzeln geschnitten werden.
4. es sind viel filigranere Motive möglich, denn feine Linien oder kleine Flächen reißen ja bei einer Flex- oder Flockfolie leicht mal ein, wenn man das nicht benötigte Material um das geplottete Motiv herum aus versehen mal zu harsch vom Trägermaterial abzieht oder der Plotter mal an einer Stelle nicht tief genug geschnitten hat.

Das ist wirklich eine tolle Möglichkeit, eure genähten Werke mit Individuellen Bügelbildern aufzuhübschen. Um die Foliengröße auszunutzen platiert einfach mehrere Motive in die Datei so dass ihr keinen Verlust habt. Ihr könnt die Motive auch eine Weile lagern und müsst sie nicht gleich weiterverarbeiten. Vielleicht kennt Ihr ja jemanden, der keinen Laserducker oder kein Grafikprogramm hat (bzw wohl eher die :-)) und möchtet ein paar Bildchen weiterverschenken?

Mir fallen noch ganz viele tolle Ideen ein, die man damit umsetzen kann. Weitere Muster zum Download für Euch sind schon in Arbeit.
Und wenn wir jetzt alle ganz laut nach KUPFER KUPFER KUPFER schreien, oder besser noch nach ROSEGOLD ROSEGOLD ROSEGOLD und vielleicht auch noch türkis oder Mint oder oder oder, vielleicht erhören Samir und David ja unsere Wünsche und nehmen bald noch mehr Metallicfarben in Ihr Sortiment auf.... :-). Vielleicht sollte ich einfach mal ein paar Muster meiner metallisierten Endloßreissverschlüssen hinschicken, damit sie ie Folienfarben anbstimmen können LOL
Es gibt schon ein paar mehr, auch Neon und andere farbige Folien als Set, siehe hier. Diese habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Natürlich habe ich probiert, so ein Bügelbild auf reLeda aufzubringen, aber bevor die 30 sec, um waren hab ich es aus der Presse genommen weil es schon zu stinken angefangen hat.

Es gibt noch eine weitere Folie für andere Medien wie Holz. Glas, usw.... wie sehr brennt es mir in den Fingern, aber Ihr kennt das ja sicherlich: "Am Ende der Zeit sind immer noch so viele Ideen übrig!"

Bei Fragen stehen Samir und David aber zur Verfügung. Ich wurde per mail gut beraten!

Kennt Ihr diese Folie vielleicht schon und habt auch schöne Sachen damit verziert? Ich bin gespannt.
Habt Ihr Motivwünsche, die ich Eich zeichnen könnte? Dann schickt mir am besten gleich auch ein wenig Zeit für die Umsetzung mit....!

PS: falls sich nun jemand fragt, warum ich den Post nicht als Werbung gekennzeichnet hab, dann sei gesagt: ich habe mir alle Materialien selbst gekauft und blogge darüber, weil ich total begeistert bin und meine Begeisterung gern mit Euch teilen würde!

PPS: Das Ananasmotive habe ich für Euch bei makerist eingestellt, Ihr dürft diese gerne gewerblich nutzen und Eure genähten Werke damit verzieren. Solltet Ihr darüber bei instagram posten makeriert mich doch gern mit @im_sew_happy und benutzt den hashtag #imsewhappy so dass ich Eure Werke auch sehe.

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Kommentare:

  1. Wow, was es alles gibt. Da habe ich ja noch nie davon gehört. Aber es sieht auf alle super schön aus. Das mit der Goldfolie macht echt was her.
    Ganz viel Freude mit dieser neuen Technik und mit dem neuen Drucker :)
    Alles Liebe,
    Rebekka

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  2. Oioioi... so richtig einfach klingt das alles ja nicht. Aber das Ergebnis ist der Knaller! Zum Nachmachen zwar für mich nicht geeignet, dafür aber zum Bestaunen. ☺ liebe Grüße vonKarin

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