21. Februar 2017

Schablonieren auf Textilien und Papier: passende Schablonen selber machen und experimentieren mit verschiedenen Farben


In letzter Zeit beschäftige ich mich ausgiebig mit Textilveredelung und Bedrucken.
Einerseits liegt es vielleicht daran, dass ich mich hauptberuflich um Grafik T-Shirts kümmere, und täglich damit zu tun habe - da kommt man schon mal auf den Geschmack :-) - und andererseits auch daran, dass ich mich ein bisschen an den ganz bunten Stoffen satt gesehen habe und lieber ein paar kleine Akzente setze.

Letztes Jahr bin ich über christinaa auf Foliendruck gestoßen und hab diesbezüglich viel im Netz gelesen und Ideen gefunden.



Was ich schön finde daran ist, dass man diese Drucktechnik nicht zwingend mit Siebdruck umsetzen muss sondern auch schablonieren kann.


Auf diesem Bild kannst du gut erkennen, wie unterschiedlich das Ergebnis aussehen kann: es ist immer die gleiche Schablone und immer habe ich den Kleber aufgetupft.
Man kann den Kleber auf Stoff auftupfen und erhält somit unregelmäßige Effekte. Jeder "Druck" sieht anders aus.
Man muss vorsichtig tupfen und nicht wie wild den Pinsel mit Kleber über die Schablone und denn Stoff streifen, da es sonst patzig wird. Jemand, der sehr perfektionistisch veranlagt ist sollte lieber nicht mit Folienkleber schablonieren, es könnte frustierend sein... Mir gefällt der unperfekte Look!

Ich habe mich auf die Suche nach geeigneten Mustern bzw. Schablonen, und Mustern die mir gefallen, begeben, aber ich wurde nicht so recht fündig.
Da hatte ich die Idee, ich könnte mir mit meinem Plotter ja eigene Schablonen plotten.
Und so habe ich dann nach Schablonenfolie gesucht und auch eine gefunden: die Mylar-Folie.


Mit dem Cameo Schneidplotter und den Einstellungen "Schablonenmaterial" und Messertiefe 3 klappt das wunderbar. Das Schablonenmaterial hab ich auf die Schneidematte aufgelegt und dann geplottet.
Man muss es allerdings sehr vorsichtig abziehen, da dünne Schablonenteile, die zur Schablone und nicht zum Verschnitt gehören, leicht reißen können.

Da die Schablonen beidseitig genutzt werden können, muss man die Plotterdatei nicht unbedingt vorher spiegeln. Positiv ist auch, dass man, wenn man unsymmetrische Motive hat, beide Richtungen verwenden kann. Bei Texten nicht unbedingt hilfreich, aber wer weiss, vielleicht möchtest du ja auch mal rückwärts drucken ;-)...


Die Transferfolie in silber und gold, den passenden Kleber und den Siebreiniger für Plastisolfarben (in unserem Fall zum Reinigen des Pinsels und der Schablone) bekommt Ihr im Siebdruckland. Den Folienkleber scheint es nicht mehr zu geben, schade eigentlich...
Christinaa hat diesen Kleber hier benutzt, ich habe damit keine Erfahrung.

Nun war ich ja Ende Januar auf der Creative World in Frankfurt (meinen Messebericht findest du hier) und habe viele (für mich) neue Produkte entdeckt und auch einige Ideen mitgebracht.





Sehr interessant finde ich ja die Reliefpapierpaste von Viva Decor.
Man kann sie sogar noch übermalen, das hab ich aber noch nicht probiert.
Ich hab "gepatzt", brauch wohl noch ein wenig Übung beim Abziehen der Schablone (siehe unten auf dem Bild rechts auf dem grauen Notizbuch)
Der weisse 3D Effekt auf der Naturpapierkarte gefällt mir sehr gut. So simpel und minimalistisch.

Ihr könnt das Motiv auch ganz schnöde mit einem Edding ausmalen, so wie ich es hier beim naturbraunen Notizbuch gemacht hab ;-).



Für die Hüllen aus reLeda hab ich verschiedene Farben benutzt, unter anderem Textilfarbe colour up in gold von Stoff und Stil, Textilfarbe screenprint in kiwi von Stoff und Stil und Inka Textil in platin von Viva Decor.

Du kannst dir die Datei auch klein als png ausdrucken und einen Stempel daraus schnitzen.
Wie man das macht kannst du zB hier anschauen.

Die Plotterdatei für zwei verschiedene Ananas bekommst du bei makerist.

Hab ich dein Interesse geweckt, die Schablonentechnik aus auszuprobieren? Welches Medium würdest du gern testen? Und hast du Interesse an weiteren Motiven?

verlinkt bei:
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